Pflege – ein Beruf muss attraktiver werden!

Ich denke es gibt drei Ansatzpunkte, um aus der Pflege ein deutlich attraktiveres Berufsfeld zu machen.

Die Arbeitsverdichtung muss durch eine massive Erhöhung des Stellenplans rückgängig gemacht werden. Des Weiteren sollte sich die Lohngestaltung an den Facharbeiterlöhnen in der Industrie orientieren. Diese beiden Punkte sind wohl unstrittig, kosten die Gesellschaft aufgrund des Solidargedankens in der Sozialversicherung jedoch Geld. Das Argument, dass das Geld im Gesundheitssystem nur anders verteilt werden müsste, greift im Falle der Pflege nicht. Kein Leistungserbringer ist bereit auf Geld zu verzichten.

Der dritte Ansatzpunkt ist relativ kostenneutral, erfordert jedoch einige Umstrukturierungen. Es geht um das Selbstwertgefühl und die damit verbundene Berufszufriedenheit der Pflegenden. Kernkompetenzen und eigenverantwortliches Handeln könnten dazu beitragen. Wir haben in Deutschland, laut WHO, im weltweiten Vergleich die 9. höchste Ärztedichte, trotzdem gibt es Klagen über Fachärztemangel und lange Wartezeiten.

Das ist teilweise ein Verteilungsproblem, aber auch ein Zeichen für die zunehmenden Anforderungen an einen modernen Praxisbetrieb. Die Pflege könnte hier unterstützend tätig sein, indem sie die Ärzteschaft von pflegerischen Aufgaben entlastet. Ja, eine kleine Wortspielerei, aber so sehe ich es. Ich weiß nicht wie es passiert ist, dass ein Arzt entscheiden muss, mit welchem Verbrauchs-, bzw. Hilfsmittel (von der Inkontinenzvorlage bis zum Toilettenstuhl) eine Pflegekraft die Patienten versorgt. Das können Pflegende besser, zielgerichteter und damit auch kostensparender beurteilen. Die Ärzte wären entlastet, hätten mehr Zeit für ihre Patienten und könnten die Therapien optimieren.

Die PDL`s der ambulanten Pflegedienste sollten diese Verordnungen vornehmen können. Die Patienten und die Kostenträger würden insofern profitieren, dass Über- bzw. Unter- und Fehlversorgungen reduziert werden können.

Insgesamt scheint es mir für Pflegepersonal (aber auch für den Bereich der Ergo-, Logo- und Physiotherapie) sinnvoll zu sein, Weiterbildungen zu schaffen, die zum therapeutischen Handeln qualifizieren. Da müssen Mal ein paar alte Zöpfe abgeschnitten werden.
Das wären sinnvolle Maßnahmen, den Beruf attraktiver zu machen.

Ulrich Ledermann

 
Titelbild: „Krankenschwester“ von Petr Kratochvil (Martin Heinlein) ist lizensiert unter CC0 1.0

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